Hardwarewechsel vom Pi3 auf den Pi4

Nachdem hier einige Probleme bzgl. Hardwarewechsel von RaspberryPi 3 auf den RaspberryPi 4 waren, habe ich das mal durchgeführt. (Der Plan war schon länger da, ich hatte nur bisher keine Lust.)

Das alles habe ich mit @pmayer s CC1101-Modul gemacht. (Kein LAN-GW und auch kein HM-MOD-RPI-PCB).

  • Wechseln nach root (auf beiden Pis)
    sudo -s

  • Auslesen von /boot/config.txt auf Pi3 und Anpassen der relevanten Einträge auf Pi4:
    dtparam=i2c_arm=on
    dtparam=spi=on

  • Beenden von Homegear auf Pi3
    systemctl stop homegear

  • Backup der Homegear-Installation des alten Pi3, wie in der Anleitung beschrieben:
    tar -zcpf homegear-backup.tar.gz --exclude="*.so" /etc/homegear /var/lib/homegear

  • Kopieren der Backup-Datei auf den neuen Pi4. Dazu habe ich mc, den MidnightCommander verwendet. Starten auf Pi4, SFTP-Verbindung zum Pi3 und die Datei einfach kopiert.
    Alternativ auf dem Pi3: scp homegear-backup.tar.gz pi@<ip-pi4>:/home/pi/

  • Herunterfahren von beiden Pi.
    shutdown -h

  • Hardware aus Pi3 ausbauen und in Pi4 einbauen

  • Starten des Pi4

  • Wechseln nach root
    sudo -s

  • Installation Homegear auf Pi4 (exakt die gleiche Version wie auf dem Pi3)

  • Backup zurückspielen (wie in Anleitung):
    tar -zxf homegear-backup.tar.gz
    cp -a etc/homegear /etc
    cp -a var/lib/homegear /var/lib

Prinzipiell hat alles geklappt, aber erst nachdem ich folgendes gemacht habe:

  • Berechtigungen auf den homegear-Verzeichnissen gesetzt:
    chown -R homegear:homegear /etc/homegear
    chown -R homegear:homegear /var/lib/homegear

  • Die Verzeichnisse, die in der management.conf angegegben waren haben nicht existiert. Ich habe die dann von /var/log/homegear-management auf /var/log/homegear umgestellt

  • ich habe den user homegear zur Gruppe dialout hinzgefügt
    usermod -a -G dialout homegear

  • Nochmal Installation Homegear auf Pi4 (exakt die gleiche Version wie auf dem Pi3), falls das Kopieren etwas falsches überschrieben hat

  • Homegear und Homegear-Management starten und beim booten mitstarten
    systemctl enable homegear-management
    systemctl start homegear-management
    systemctl enable homegear
    systemctl start homegear

Ein wenig Bastelei mit den Rechten, aber im Großen und Ganzen hat es funktioniert. Das hat alles in allem, inklusive Hardware-Umbau und Problemlösung 45 Minuten gebraucht. Alle Geräte funktionieren ohne An- oder Ablernen wie vorher. Auch mein Homegear-Gateway hat sich mit dem Pi4 verbunden.

5 Likes

Super, dass du das mal zusammengeschrieben hast.
Hab mal ein paar Kleinigkeiten ergänzt.

2 Likes

Also das “chown -R homegear:homegear /etc” ist quasi der Freifahrtschein für den homegear User das System komplett zu übernehmen, da er der Eigentümer über alle Systemkonfigurationsdateien wird, einschließlich der Passwort- und der Shadow-Datei.
Mit /var/lib ist das auch nicht besser, hier können wichtige System-Libraries einfach gegen manipulierte Versionen ausgetauscht werden.

Besser wäre es gewesen das Backup (tarr & cp) mittels “sudo” zurück zu spielen, dann wären die Rechte korrekt eingestellt geworden, da das tar-Archiv eben die benötigten Rechte mitspeichert, aber eben ohne root-Rechte nicht wiederherstellen kann.

4 Likes

Mist, ich habe das aus dem Kopf aufgeschrieben, da fehlte natürlich jeweils das homegear Verzeichnis. Das habe ich korrigiert.

Ich habe natürlich nicht das gesamte /etc und /var/lib Verzeichnis an homegear gegeben. Das wäre fatal und mich hätte es gewundert, wenn danach noch alles laufen würde. Danke für den Hinweis.

Das habe ich gemacht, es lief alles in der root-Shell. Vorher war ein sudo -s.

2 Likes

Ich habe den Thrad mal angeheftet. :wink:

2 Likes

Danke @job für die Anleitung.

Habe das Gefühl, die könnte ich bald brauchen, da die 1GB RAM vom Raspberry Pi 2 doch sehr eng sind.
Ich betreibe ioBroker und homegear darauf.

Aber blöde Frage:
Ich wäre eigentlich davon ausgegangen, es würde ausreichen, die Hardware (CC1101 SPI Modul) und die SD Karte auf/in den neuen Raspi zu stecken und alles funktioniert, wie gewohnt.

Ist das ne blöde Idee/Gedanke? :thinking:

Danke & Gruß
Alexander

Ja… aber dafür muss das Raspbian aktuell sein. Der Pi 4 z.B. läuft nur mit Buster. Das Betriebssystem “kennt” die neue Hardware einfach noch nicht. Ansonsten hast du aber recht.
Schlussendlich steht hier die Antowrt: https://www.raspberrypi.org/documentation/raspbian/updating.md
Garant ist das aber keiner, eben wegem dem Hardwarewechsel.

1 Like

Ah, ok.
Danke.

Dann kann ich mir das manuelle Umziehen vermutlich sparen, da ich das Ganze erst vor wenigen Wochen mit dem neuesten Raspbian aufgesetzt habe.

Sollte somit - zumindest theoretisch :upside_down_face: - auch auf dem Raspi 4 laufen.

Ich werd’s herausfinden, sobald notwendig!

Gruß
Alexander

Wenn du ein aktuelles Raspbian hast, sollte das reichen, wie @pmayer bereits geschrieben hat. Viele wollen aber bei einem solchen Wechsel einen “Neuanfang”.

Ich hatte meinen 3b+ direkt von einer USB-SSD gebootet, das wird aber vom 4er noch nicht unterstützt, das Geraffel mit Image, Partition verkleinern, etc. wollte ich mir ersparen. Zusätzlich bin ich noch von openHABian auf Raspbian umgestiegen. Und das openHABian war bereits von Jessi über Stretch nach Buster upgegraded worden, da hat es Sinn gemacht, einmal alles neu zu machen.

1 Like

Siehe:

1 Like

Hmm. Übersehe ich was? Wird doch immer noch nicht unterstützt. (Ausser der indirekten Methode mit Boot-SD, die ich aktuell benutze.)

Nein, wird noch nicht unterstützt. Wollte nur verlinken wo als erstes steht, wenn es denn endlich unterstützt wird :wink:

2 Likes